Neuer Spot zur Rettungsgasse: Deshalb zählt jede Sekunde

Der neue Film von „Runter vom Gas“ gibt Helfern eine Stimme.

 

20.02.2020

Mit Martinshorn und Blaulicht durch die enge Rettungsasse: Bis jetzt geht es schnell voran, doch ein Auto steht mitten auf der Fahrbahn, die Rettungskräfte stecken fest. Die Anspannung im Einsatzwagen steigt. Sekunden verstreichen. Wertvolle Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden können.

Für Rettungskräfte und Polizisten ist das leider eine alltägliche Erfahrung auf deutschen Straßen. Deshalb nimmt der neue Film von „Runter vom Gas“ den Zuschauer mit in die Fahrerkabine und lässt echte Helfer zu Wort kommen. Ihr starker Appell: Bildet rechtzeitig die Rettungsgasse, denn jede Sekunde zählt.

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Sven Janneck weiß, wovon er redet, wenn er sagt: „Wir haben es täglich mit Problemen in der Rettungsgasse zu tun.“ Seit mehr als 20 Jahren ist er Feuerwehrmann, vor einigen Jahren initiierte er die Kampagne „Rettungsgasse rettet Leben“. Dabei ist die Bildung einer ordnungsgemäßen Rettungsgasse gar nicht so schwer. Janneck empfiehlt als Gedankenstütze die Rechte-Hand-Regel, das heißt: Zeigt die Handfläche nach unten, ist zwischen dem Daumen (links) und den anderen Fingern (rechts) die Rettungsgasse zu bilden. Das gilt unabhängig davon, ob es zwei, drei oder gar mehr Fahrspuren gibt. Immer ist die Lücke zwischen dem Daumen und den anderen Fingern zu bilden. Oder anders ausgedrückt: Die Fahrzeuge auf der linken Spur fahren nach links, alle anderen nach rechts.

Doch nicht nur das „Wie“ ist bei der Bildung der Rettungsgasse entscheidend, sondern auch das „Wann“. Häufig wird die Rettungsgasse erst gebildet, wenn das Martinshorn schon von hinten zu hören ist. Dabei gilt es, den Weg bereits frei zu machen, wenn Autos, Lkw und Co. mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind.  

Dass Fehler meistens nicht absichtlich, sondern vor allem aus Unwissenheit passieren, davon ist Christian Brey, ein bayerischer Polizist in Berlin, überzeugt. Trotzdem gibt es einige wenige, die die gebildete Rettungsgasse zum eigenen Vorteil nutzen wollen. „Die bringen wir zur Anzeige“, sagt Brey.

Was der Film auch zeigt: Einsatzfahrten auf verstopften Straßen sind für die Retter Momente großer Anspannung. Denn jede Sekunde kann für ein schwerverletztes Unfallopfer entscheidend sein. „Wenn man sich dann noch durch eine Rettungsgasse quälen muss, steigert das natürlich den Stress. Das schwappt dann auch mal in Ärger über“, sagt Johannes Schön, ein junger Notfallsanitäter bei den Maltesern. Dann heißt es für die Einsatzkräfte: Ruhe bewahren, professionell bleiben.
Nicht immer leicht, meint Schön. Denn: „Im schlimmsten Fall kann  ein Patient versterben, weil wir nicht früh genug da waren.“

Bilder:dpa